Name: JO eigentlich Johannes Bayer (www.jotopia.de)
Beruf: ArtDirector und Illustrator
Ich mag: Reisen, Fotografieren, Musik, Tischußball und schöne Bücher
Erinnerst du dich an dein erstes Design, bzw. wie alles begann?
Das war ein Graffiti unter dem Namen "Arey" plus Character auf Karopapier (1997) - ich weiß allerdings nicht, was von beidem schlimmer aussah...
Danach hatte ich dann erstmal seitenweise Charakter aus dem Buch Graffiti Art Deutschland auf kariertes Papier abgemalt, bis ich irgendwann auch mal meine eigenen halbwegs vorzeigbaren Entwürfe zustande brachte.
Wie gehst du vor, wenn du dich an ein neues Design setzt? Welche Musik läuft dabei?
Alles beginnt erstmal mit Skizzen auf (mittlerweile sogar unliniertem) Papier und Bleistift. (Die grünen von FaberCastell - HB und vor allem "unangekaut" - manchmal aber auch mit Kugelschreiber). Die Skizzen werden dann verfeinert und teilweise sogar mit Transparentpapier in Kompositionen gebracht, schließlich eingescannt und am Computer reingezeichnet. Dabei läuft meist enstpannte Gitarren-Musik oder die aktuelle Folge von den Drei Fragezeichen.
Wie sieht dein Schreibtisch aus?
Groß und aus Holz, haufenweiße Stifte, großer Bildschirm, Laptop, Grafik-Tablett, externe Festplatten, Lampe, Pez-Spender in Wall-E-Design, drei Fingerhüte, Erdmännchenfigur, Lego-Technik-Star-Wars-Modell und jede Menge KrimsKrams. Daneben ein Bücherregal mit (vielen) schönen Design-, Illustrations-, Kunst-, Foto- und Comic-Bänden, Scanner, Kamera, noch mehr Stiften, Markern und Skizzenbüchern. Daneben Pappbuchstaben, Leinwände, Mappen, Bilderrahmen und Posterrollen und noch ein Regal mit Büchern.
Was siehst du gerade, wenn du aus deinem Fenster schaust?
Das Nationaltheater in Mannheim, den Funkturm und die Berge um Heidelberg im Hintergrund.
Dein Pausensnack beim Designen?
Kaffee oder Kaba und Cornflakes mit Kaba (Nesquick - der in der blauen Packung....). Gummibärchen und Schokolade.
Deine Inspirationsquelle?
Früher war das wohl das Buch Graffiti Art Deutschland und MTV. Heute sind es wohl eher Reisen, große Städte, Shopping und 20 Minuten auf dem Laufband.
Drei Dinge, die du am Designen liebst?
Auf der einen Seite ist es das Gefühl dass am Ende etwas dabei rauskommt, was man sich ansehen, anderen zeigen und u.U. vervielfältigen kann. Auf der anderen Seite ist es die Entspannung und der "Flow"-artige Zustand in den man beim Schaffensprozess geraten kann. Den Zustand in dem man alles um sich herum und die Zeit vergisst.
Das Schwerste am Dasein als Designer?
1.) Dass man, um auch damit Geld verdienen zu können, oftmals sehr stark vom Kundengeschmack abhängig ist.
2.) Damit einhergehende und scheinbar endlose Diskussionen über Nichtigkeiten ("Also ich würde ja die Linie um 2 mm kürzer machen und doch lieber 0,5 pt. statt 0,3 pt. dick...")
Wie bist du auf deinen Künstlernamen gekommen?
JO+UTOPIA="JOTOPIA" - so einfach ist das.
Was ist dein Lieblingsmotiv und wie ist es entstanden?
Das sind eigentlich die Gemeinschaftsprojekte wie z.B. Vekterror - Das war eine witzige Illustrator-Ping-Pong-Aktion mit Fine und Murder by Death oder "Hänsel und Gretel" zusammen mit Hombre Uno.
Wenn du ein Shirt wärst, wie würdest du aussehen?
Wie ein Hemd?
Deine liebsten Künstler?
James Jean wegen seiner genialen Zeichenarbeit, Alex Trochut wegen seinen Schriftkreationen, Flying-Fortress und seine Teddy-Troops, WON mit seinen wahnsinnig vielen Details, Ata Bozaci (Toast) wegen seiner Experimentierfreude, Stefan Sagmeister wegen seinen Ideen und gedanklichem Tiefgang.
Wie gehst du mit Kritik um?
"Die haben doch alle keine Ahnung!!!"
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Welchen Stil? Da gibt es immer zu viele neue Dinge auszuprobieren, dass ich mir nicht sicher bin, ob sich meine Arbeiten stilistisch über einen Kamm scheren lassen, was an sich schon schön wäre. Ich bewundere es einerseits, wenn Illustratoren konsequent einen Stil fahren und sich darin über Jahre hinweg treu bleiben - andererseits kann man es leider aber auch all zu oft beobachten, dass Illustratoren wegen ihres Stils für eine gewisse Zeit gebucht werden, sich aber langfristig nicht am Markt behaupten können, da ihr Stil morgen schon wieder überholt ist.
An was arbeitest du zur Zeit?
An einer eigenen Shirt-Linie.
Hast du einen Tipp für Design-Newcomer?
Das Buch Graffiti Art Deutschland und tonnenweise kariertes Papier...
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